Unsere Knie müssen von allen Gelenken die meiste Last tragen: Sie stützen uns im Alltag und sorgen dafür, dass wir uns von A nach B bewegen können. Doch Bewegungsarmut, Übergewicht sowie Sportarten wie Fußball, Wandern oder Tennis fordern ihren Tribut und sorgen oft dafür, dass unsere Gelenke vorzeitig in die Knie gehen.


Verletzungen des Meniskus

Die Menisken sind ein knorpeliges Bindegewebe, welches als Puffer zwischen Unter- und Oberschenkelknochen dient und die Kraftübertragung zwischen Oberschenkel und Unterschenkel beeinflusst. In jedem Kniegelenk sitzen zwei Menisken: Der Innen- sowie Außen-Meniskus.

Spüren wir einen stechenden Schmerz im Kniegelenk, besonders bei Rotationen des Knies oder wenn wir das Gelenk zu stark beugen, kann eine Beschädigung des Meniskus die Ursache sein. Da die Menisken selbst keine Nervenzellen besitzen, können sie nicht wehtun. Das meist abrupt auftretende Schmerzempfinden kommt daher, das der gerissene Meniskus die Gelenkkapseln überreizt und somit den Schmerz verursachen.

Ein Riss der Menisken kann sowohl operativ als auch konservativ behandelt werden. Beide Methoden haben gute Erfolgschancen, Wissenschaftler haben jedoch im Rahmen einer Studie herausgefunden, dass Beschwerden durch ein gezieltes Krafttraining ähnlich effektiv gelindert werden können wie durch eine Arthroskopie (Gelenkspiegelung). Wichtig ist das Vermeiden von ruckartigen Bewegungen und zu starken Rotationen im Kniegelenk.

Bei jüngeren Patienten mit einem klar erkennbaren traumatischen Meniskusriss, etwa nach Sportverletzungen, dürfte die arthroskopische partielle Meniskektomie weiter ein Standardeingriff bleiben. Älteren Patienten mit degenerativen Schäden dürfte dagegen künftig eher zu einem konservativen Vorgehen geraten werden.

FIDELITY (Finnish Degenerative Meniscal Lesion Study) (vgl. Raine Sihvonen et.al., 2013)

Patellaspitzensyndrom (engl. Jumper`s knee)

Das Patellaspitzensyndrom ist eine Überreizung der Patellasehne aufgrund einer chronischen Überlastung, meist verbunden mit dem Ausüben von Sportarten, welche sprungintensiv sind (Fußball, Handball, Jogging).

Das Patellaspitzensyndrom äußert sich durch einen belastungsabhängigen Druckschmerz am unteren Ende der Kniescheibe. Die Schmerzintensität nimmt besonders dann zu, wenn eine sprungintensive Sportart ausgeführt wird, vor allem, wenn das Gelenl unzureichend erwärmt und mobilisiert wird.

Mit dem Fortschreiten der Erkrankung passiert es oft, dass das Kniegelenk auch bei Alltagsbewegungen wie Treppensteigen oder In die Hocke gehen schmerzt. Dies ist meist mit einer Rötung oder Anschwellung des Gelenkes verbunden und schränkt den Patienten stark ein.

Das Patellaspitzensyndrom kann ebenfalls operativ sowie konservativ behandelt werden. Die konservative Methode verspricht ähnliche Erfolge wie eine OP und sieht folgendermaßen aus:

  • Schonung: Zunächst sollte das Gelenk geschont werden, um Entzündungen abzubauen und die Muskulatur zu entlasten
  • Schmerzlinderung: In Absprache mit dem Hausarzt können entzündungshemmende Schmerzmittel (NSAR) genutzt werden, um den Heilungsprozess zu unterstützen. Auch Kälteanwendungen und Salben können Linderung verschaffen, allerdings nur temporär, da die Entzündungen nur ein Symtom und nicht die Ursache des PSS darstellen.
  • Krafttraining: Durch ein gezieltes Training der Streck- und Beugemuskulatur des Kniegelenks wird die Tiefenmuskulatur gestärkt und die Patellasehne wieder entlastet. Der Fokus sollte auf dem Stärken von Quadrizeps und Beinbeuger liegen.